Trockene Augen

18. April 2007

 

Kennen Sie diese Augenprobleme? Ihre Augen brennen und sind gerötet. Sie haben das Gefühl, dass ein Fremdkörper oder Sand in Ihren Augen ist. Ihre Augen tränen scheinbar grundlos. Ihre Lider sind morgens verklebt und Ihre Augen werden schnell müde. Dann haben Sie sehr wahrscheinlich Trockene Augen!

Weitere Symptome sind Augenbrennen, Trockenheitsgefühl, Rötung, verklebte Lider, ein Fremdkörpergefühl oder auch Tränen.

 

Um das Problem zu begreifen, miss man zunächst etwas über den Tränenfilm wissen. Die Augenoberfläche (Bindehaut und Hornhaut) ist permanent von einem dünnen Tränenfilm bedeckt. Dieser wird kontinuierlich neu gebildet, verdunstet und fließt über das Tränenpünktchen in den Nasen-Rachenraum ab.Der Lidschlag spreizt den Tränenfilm auf dem Auge, so dass er immer gleichmäßig verteilt ist.

Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten, die dafür sorgen, dass er zum einen an der Augenoberfläche haften kann (Muzinschicht), zum anderen nicht zu schnell verdunstet (Lipid- oder Fettschicht). Die wässrige innere Schicht enthält Sauerstoff, Nährstoffe und immunologische Abwehrstoffe, die auf die Funktion des Tränenfilms hindeuten: er schützt das Auge vor kleinen Fremdkörpern (z.B. Staub),  vor Bakterien und Viren, er ernährt die Hornhaut und versorgt sie mit Sauerstoff.

Sind der Aufbau und die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört, kann er seine Funktion nicht mehr richtig wahrnehmen. Es kann zu Infektionen, Allergien, Entzündungen und vor allem zu den Symptomen des Trockenen Auges kommen.

Wenn zuviel Tränenflüssigkeit verdunstet oder zu wenig Tränenflüssigkeit neu gebildet wird oder die Haftung des Tränenfilms auf der Augenoberfläche nur noch unzureichend gegeben ist, dann beginnen die Augen zu brennen, zu jucken, zu kratzen. Die Lider scheuern bei jedem Lidschlag. Man hat das Gefühl, als ob sich Sand oder ein Fremdkörper im Auge befinden.

Die Augenoberfläche trocknet aus, der Schutz vor Bakterien und Viren ist nur noch unzureichend vorhanden. Die Ernährung der Hornhaut ist nicht mehr ausreichend gesichert.

In manchen Fällen kann auch ein tränendes Auge Zeichen eines trockenen Auges sein. Wenn die Zusammensetzung des Tränenfilms fehlerhaft ist, dann verdunstet zuviel Tränenflüssigkeit von der Augenoberfläche oder die Tränen haften nicht mehr richtig an der Oberfläche.Das Auge versucht dann, diesen Fehler auszugleichen, indem es mehr Tränen produziert. Man nennt dies Reizsekretion. Der zusätzlich produzierte Tränenfilm kann jedoch auch nicht haften, weil er ebenfalls fehlerhaft ist. Er läuft aus dem Auge. Das Auge tränt und brennt gleichzeitig.

Ursachen für trockene Augen

Die Ursachen für Symptome des Trockenen Auges sind sehr vielfältig. Sie können in Zusammenhang stehen mit allgemeinen Erkrankungen wie z.B. Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes. Auch Arzneimittel wie Betablocker, Antihistaminika, Hormonpräparate oder Antidepressiva können ein Trockenes Auge bewirken. Hier ist eine Klärung durch den behandelnden Arzt und Augenarzt unbedingt notwendig.

In sehr vielen Fällen sind Trockene Augen jedoch Folge von Umwelt- oder Umfeldbedingungen. Zu den Umweltbedingungen gehören verschmutzte Luft, allergenhaltige Luft und hohe Ozonwerte. Hinzu kommt starke UV-Strahlung bei ungeschützten Augen. Zu den Umfeldbedingungen gehören der Computerarbeitsplatz, das klimatisierte Büro oder Auto, trockene Raumluft, gerade auch im Flugzeug auf Langstrecken, Zigarettenrauch, Gebläse, Zugluft, u.a. Frauen sind häufig betroffen, da hormonelle Faktoren die Zusammensetzung des Tränenfilms beeinträchtigen können. Natürlich kann auch zuwenig Trinken Einfluss auf die Tränenproduktion haben. Auch das Tragen von Kontaktlinsen führt häufig zu Symptomen des Trockenen Auges, wenn zu wenig Tränenfilm die Linsen als Fremdkörper erscheinen lassen.

Am Arbeitsplatz und in der Freizeit haben Computer eine zunehmende Bedeutung. Damit verbunden sind veränderte Arbeitsplatzbedingungen. Durch die Arbeit am Computer sind die Augen besonders gefordert. Die Blinkfrequenz des Lidschlages nimmt während der Arbeit am Computer ab. Dadurch kann es zu einer unregelmäßigen Befeuchtung der Horn- und Bindehaut kommen. Dies ist zum Teil durch Konzentrationsleistungen bedingt, weil das Auge das andauernde Flimmern des Computers ausgleichen muss. Die ungünstige Positionierung des Bildschirmes mit störenden Reflexen auf der Mattscheibe trägt ein Übriges dazu bei. Außerdem kommen noch Ozonbelastungen hinzu, die vor allem von alten Laserdruckern ausgehen.

Können Umwelteinflüsse wie zum Beispiel erhöhte Ozoneinwirkungen und ultraviolettes Licht trockene Augen hervorrufen? Diese Frage ist umstritten. Es fanden sich einige Hinweise dafür, dass Ozon - zumindest im Laborversuch - den Tränenfilm schädigen kann. Dies geschieht dann sehr schnell: schon nach fünf Minuten ist der Tränenfilm bei hohen Ozonwerten nur noch halb so stabil wie vor der Ozon- und UV-Einwirkung.

Auch Schadstoffe, die aus der Luft ins Auge gelangen, schädigen den Tränenfilm. Setzt man zum Beispiel der Tränenflüssigkeit Pollen zu, so verschwinden nicht nur bei Allergikern bestimmte Eiweißstoffe plötzlich und spurlos aus den Tränen. Da der Flüssigkeitsfilm des Auges aber ein sehr komplex aufgebautes, aus drei hauch- dünnen Schichten bestehendes Wunder werk ist, gefährdet jede geringfügige Änderung der Zusammensetzung seine Funktionstüchtigkeit - das Auge beginnt auszutrocknen. Die Pollen dienen hier nur als Vehikel, das die schädlichen Substanzen ins Auge transportiert. Abgase und Rauch können denselben Effekt haben.

Gerade im Frühsommer, wenn reichlicher Pollenflug, hohe Ozonwerte, intensives UV-Licht und eventuell heftiger Luftzug beim Cabriofahren oder aus dem Autogebläse auf das Auge einwirkt, stößt die Belastbarkeit des Tränenfilms an ihre Grenzen. Der rechtzeitige Gang zum Augenarzt und die konsequente Behandlung des trockenen Auges durch konservierungsmittelfreie künstliche Tränen tragen dazu bei, dass die Sommer- und Urlaubsfreuden nicht durch brennende, tränende und gerötete Augen getrübt werden.

Trockene Augen im Flugzeug

Die wenigsten wissen, dass das Fliegen - und besonders Langstreckenflüge - gerade für unsere Augen auch seine Schattenseiten hat. Durch die geringe Luftfeuchtigkeit von nur 5 bis 10 Prozent werden unsere Augen stark belastet. Ein Mangel an Tränenflüssigkeit und die unzureichende Versorgung mit Feuchtigkeit lässt diese dann jucken, brennen und rot werden. Es kommt zu einem "trockenen Auge". Viele Crewmitglieder helfen sich dann mit konservierungsmittelfreien Tränenersatzmitteln, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Flugreisenden, besonders auf Langstreckenflügen, sei deshalb empfohlen, sich schon vor Reiseantritt "künstliche Tränen" in der Apotheke zu kaufen, um die fehlende Tränenflüssigkeit auszugleichen und so den Beschwerden vorzubeugen. Besonders Kontaktlinsenträgern wird empfohlen, die Linsen regelmäßig nachzubenetzen, um Probleme mit den Augen auf Langstreckenflügen zu vermeiden.

Insgesamt leiden etwa fünf bis acht Millionen Menschen in Deutschland an trockenen Augen. Frauen stellen darunter den größeren Anteil, denn nicht nur nach den Wechseljahren kommt das Trockene Auge bei ihnen gehäuft vor. Auch Hormonbehandlungen, wie zum Beispiel die Einnahme von Antikonzeptiva können den Tränenfilm beeinträchtigen. Hier schafft in einigen Fällen schon ein Wechsel der "Pille" zum Beispiel auf ein Präparat mit etwas höherem Östrogengehalt Abhilfe.

Wer an trockenen Augen leidet, kann außer der Anwendung von künstlichen Tränen aber noch eine ganze Menge tun, um die Symptome zu lindern. Trockene Heizungsluft, Klimaanlagen und das auf volle Leistung aufgedrehte Gebläse im Auto sind Gift für die Augen. Im Wortsinne gilt dies auch für den Umweltschaden Nummer 1, für den man selbst verantwortlich ist: den Tabakrauch. Bildschirmarbeit, aber auch langes Fernsehen vermindern die Blinkfrequenz des Auges und stören so den Aufbau des Tränenfilms. Wer am Computer arbeitet, sollte sich daher bewusst zu vermehrtem Lidschlag "erziehen" und den Augen öfter mal eine Pause gönnen. Besonders gefährdet sind auch die Verwender von Kontaktlinsen, denn diese müssen auf einem Tränenfilm schwimmen, um keinen Schaden am Auge anzurichten. Wer bereits Trockene Augen hat, sollte sich bei der Auswahl der Kontaktlinsen von einem Experten beraten lassen und die Linsen nicht ständig tragen. Schließlich erschweren auch Kosmetika die Herstellung des Tränenfilms, da die Partikel zum Beispiel von Wimperntusche oder Mascara die einzigen Drüsen am Lidrand verstopfen können. Kajalstriche sollten nur außen, niemals am inneren Lidrand gezogen werden. Viele dieser Faktoren führen allein nicht zu trockenen Augen, kommen jedoch hormonelle Schwankungen, die Einnahme der Pille oder äußere Belastungen hinzu, so gerät der Tränenfilm in Gefahr.

Gerade wenn Kontaktlinsen getragen werden, muss ausreichend Tränenflüssigkeit vorhanden sein. Die Linsen müssen im Tränenfilm schwimmen, sie sollen nicht direkt auf der Hornhaut aufliegen. Andernfalls ist deren Versorgung mit Sauerstoff nicht gewährleistet, denn die Hornhaut besitzt keine eigenen Blutgefäße. Sie entnimmt den Sauerstoff, den sie benötigt, vollständig aus der Tränenflüssigkeit.

Doch was tun, wenn ein gerötetes, juckendes, brennendes Auge darauf hinweist, dass zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden ist? Ein trockenes Auge muss nicht unbedingt das Aus für die Kontaktlinsen bedeuten. Stuft der Augenarzt nach vollständiger Tränendiagnostik das trockene Auge als geringgradig (Stadium I) ein, so können die bisher verwendeten Linsen unbesorgt weiter getragen werden, solange sie vertragen werden. Bei Stadium II und III sollten ausschließlich Speziallinsen für trockene Augen angepasst werden, und ein trockenes Auge in Stadium IV eignet sich nicht mehr für Linsen. Welche Linsen im Einzelfall in Frage kommen, kann der Augenarzt entscheiden. Maßgeblich sind bestimmte Eigenschaften der einzelnen Linsentypen wie rasche Wasseraufnahme und langsame Wasserabgabe sowie gute Sauerstoffdurchlässigkeit.

Was können Sie tun?

Drei wichtige Regeln gibt es:

  1. Ihre Augen schützen.
  2. Künstliche Tränen anwenden.
  3. Ihren Augenarzt um Rat fragen.

Schutz der Augen

Es gibt ein paar Verhaltensregeln, die Sie unbedingt beachten sollten: vermeiden Sie Zugluft, achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit - zu Hause und im Büro, trinken Sie mindestens zwei Liter pro Tag, arbeiten Sie nicht stundenlang am Computer ohne ausreichende Pausen, tragen Sie im Sommer immer eine UV-Schutzbrille und machen Sie bei langen Autofahrten eine Pause für die Augen.

Künstliche Tränen zur Unterstützung des Tränenfilms

Zum Ersatz der natürlichen Tränenflüssigkeit gibt es Künstliche Tränen. Dies sind Augentropfen mit besonderen Eigenschaften, die denen der menschlichen Tränen sehr nahe kommen und bedenkenlos ins Auge getropft werden können. Es sind keine Wirkstoffe, sondern Substanzen, die lange Zeit auf der Augenoberfläche verbleiben und die Funktionen der natürlichen Träne übernehmen können.Die Häufigkeit der Anwendung hängt lediglich vom Schweregrad der Symptomatik ab. Gewöhnung oder Nebenwirkungen können nicht auftreten. Auch lässt die natürliche Tränenproduktion dadurch nicht nach.
Welches Produkt Sie nehmen sollen, dazu berät Sie Ihre Apotheke.


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